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Kooperationspotential Aserbaidschans

 

Aserbaidschanische Wirtschafts- und Finanzpolitik

Wirtschafts- und Finanzpolitik


Marktwirtschaft und freier Außenhandel sind erklärtes wirtschaftspolitisches Ziel der aserbaidschanischen Regierung, die den Beitritt in die WTO anstrebt.

Die Gefahr besteht, dass die hohen Einnahmen aus der Ölindustrie in den nächsten Jahren die Entwicklung der Privatwirtschaft außerhalb des Ölsektors behindern werden; die ökonomischen Effekte sind als „Dutch Disease“ bekannt.

Der Staatshaushalt von Aserbaidschan für 2006 brachte eine wesentliche Volumenausweitung bei Ein- und Ausgaben. Während das BIP nominal um 42% stieg, wuchsen die staatlichen Ausgaben um über 60 % (laut Schätzung IWF sogar fast 100%). Die staatlichen Investitionen haben sich 2006 gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Das Investitionsprogramm umfasst Ausgaben in Höhe von USD 660 Millionen für Investitionen in die Infrastruktur.

Die Auslandsverschuldung betrug zum Ende.2006 USD 1,97 Milliarden und damit rund 10 des BIP von 2006. Am 01.07.2005 lag die Auslandsverschuldung bei USD 1,5 Milliarden und 15,5% des BIP.

Einen wichtigen Einfluss auf die Volkswirtschaft haben die großen Staatsunternehmen SOCAR, Azerenergy, Azerigaz, Azerchemie, Azeri Rail, Caspian Shipping, Azerbaijan Airlines, Asersu (Wasserbehörde), Telekom-Ministerium und Baku Metro, deren Budgets zusammengenommen größer sind als der Staatshaushalt. SOCAR hat 2006 ein Budget von USD 3,098 Milliarden, Azerenergy USD 948,53 Millionen, Azerchemie USD 216,81 Millionen, Azerigaz USD 188,17 Millionen Anfang 2007 hat die Regierung die Energiepreise auf Marktniveau angehoben, d.h. zum Teil verdreifacht.

Die Investitionen in die Ölindustrie und die hohen Einnahmen aus der Ölförderung treffen auf eine Volkswirtschaft, deren Aufnahmekapazität Grenzen hat, was sich in der Inflationsrate niederschlägt, die 2004 im Jahresdurchschnitt bereits bei 6,8% lag und sich im Juli 2005 bei 13,5% bewegte und 2006 offiziell auf 8,3%.zurückging. Unabhängige Institutionen berechnen vor allem für die Zukunft Teuerungsraten bis zu 30% und warnen (so IWF) vor einer hohen Inflation. Die Regierung versucht, die Aufwertungstendenz des Manat gegenüber dem Ausland, insbesondere gegenüber dem USD, unter Kontrolle zu halten. Bei der Währungsumstellung am 01.01.2006 wurde ein „Neuer Manat“ (AZM) für 5000 alte Manat ausgegeben (Umtauschkurs Anfang 2007: 1 Euro = 1,13 AZM).